Mit dem Galaxy A56 möchte Samsung wieder einen Verkaufsschlager in der Smartphone-Mittelklasse landen. Die Chancen dafür stehen gut, denn die Südkoreaner haben die richtigen Verbesserungen gemacht, ohne an der Preisschraube zu drehen.
Viele Nutzerinnen und Nutzer ziehen Samsungs Mittelklasse-Geräte den Galaxy-S-Flaggschiffen vor, da sie in der Vergangenheit eigentlich immer ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis geboten haben. Das trifft auch auf das Galaxy A56 zu, wie der Praxistest von ntv.de ergeben hat.
Samsung hat sich zwar nicht allzu sehr angestrengt, aber entscheidende Verbesserungen gemacht. Und ganz wichtig: Man bekommt mehr fürs gleiche Geld.
Altes Design, neue Displaygröße
Das Design ist im Vergleich zum Vorgänger nahezu unverändert geblieben. Als einziges Gerät des neuen Galaxy-A-Trios hat das A56 einen Aluminiumrahmen, in dem die Tasten in einer Erhöhung untergebracht sind. Genau genommen ist der Rest des Rahmens abgefräst worden, was einen schicken, kantigen Rillen-Look ergeben hat.
Die gläserne Rückseite ist leider nicht matt, weshalb sie schnell schmierig aussieht. Aus ihr sticht eine vertikal angeordnete Dreifach-Kamera heraus, die ebenfalls von Aluminium eingefasst ist.
Das nach IP67 vor Staub und Wasser geschützte Gerät liegt insgesamt gut in der Hand, obwohl es sogar ein bisschen größer als der Vorgänger ist. Die Display-Diagonale ist zwar von 6,6 auf 6,7 Zoll angewachsen, aber das A56 ist etwas schlanker und mit 198 Gramm auch 15 Gramm leichter als der Vorgänger.
Toller Bildschirm, Leistung ausreichend
Der OLED-Bildschirm macht einen hervorragenden Eindruck. Er kann sehr hell leuchten und bietet akkurate Farben und knackige Kontraste. Das Display hat eine maximale Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz (Hz) und liefert mit 385 Pixeln pro Zoll eine scharfe Darstellung.
Angetrieben wird das Galaxy A56 von Samsungs neuem Mittelklasse-Chip Exynos 1580, der auf 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher zugreifen kann. In Benchmark-Tests stellt das Gerät damit keine Rekorde auf, aber die Leistung genügt allemal, um im Alltag jederzeit einen flüssigen Eindruck zu hinterlassen.
KI mit und ohne Google
Für anspruchsvolle Aufgaben wie grafisch aufwendige Spiele ist der Chip zwar zu schwach, aber er ist stark genug, um einige KI-Anwendungen teilweise ohne Online-Unterstützung durchzuführen. Dazu gehört unter anderem bei Fotos eine automatische Verbesserung und ein Objektradierer, der störende Elemente aus dem Bild entfernt. Mit "Motion Photos", das quasi statt eines Fotos kurze Videos aufnimmt, beherrscht das A56 auch die Kunst, bei Gruppenaufnahmen Bilder zu erzeugen, auf denen alle Personen in die Kamera blicken und/oder lächeln.
Mit einer Internetverbindung steht auf dem Gerät zudem Googles Gemini-KI zur Verfügung. Man ruft sie nicht wie bei anderen Android-Smartphones über einen langen Druck auf den Einschalter auf, sondern wischt dazu von der unteren rechten Display-Ecke nach oben.
Googles "Circle to search" steht ebenfalls zur Verfügung. Um Bildschirminhalte auszuwählen und zusätzliche Informationen dazu zu erhalten, gibt es aber auch Samsungs "KI-Auswahl". Man findet sie am schnellsten in der Schnellauswahl-Leiste "Seiten-Paneele", indem man von der rechten Display-Seite nach innen wischt. Man kann mit der Funktion unter anderem auch GIFs aus Videos erstellen, Text extrahieren oder erkannte Telefonnummern anrufen.
Außerdem kann man sich von Samsungs Browser Artikel und Webseiten vorlesen oder Videos automatisch zuschneiden lassen sowie eigene Fotofilter basierend auf Referenzbildern erstellen. Das alles hat im Praxistest recht gut geklappt, wenig überraschend dauert die Bearbeitung aber teilweise deutlich länger als auf einem Oberklasse-Smartphone.
Bewährte Dreifach-Kamera
Bei der Dreifach-Kamera hat Samsung wie beim Galaxy S25 alles beim Alten gelassen. Die Haupt-Knipse mit Blende f/1.8 hat eine maximale Auflösung von 50 Megapixeln (MP) und ist optisch stabilisiert (OIS). Dazu kommen eine Ultraweitwinkel-Kamera (12 MP/f/2.2) und eine Makro-Kamera (5 MP/f/2.4). Laut Samsung sollen Aufnahmen durch den besseren Chip trotzdem besser als beim A55 sein.
So oder so liefert die Dreifach-Kamera solide Ergebnisse. Speziell die Hauptkamera nimmt nicht nur bei Tageslicht schöne Fotos und Videos auf, sondern liefert auch nachts noch gute Fotos. Die Ultraweitwinkel-Kamera schlägt sich bei guten Lichtverhältnissen ebenfalls wacker, ansonsten verrauschen die Aufnahmen schnell. Die Makroaufnahmen sind okay, aber andere Kameras können näher herangehen.
Die Frontkamera (f/2.2) hat jetzt 12 statt 32 MP. Da die Pixel auf ihrem so Sensor mehr Platz haben, soll sie bei schwachem Licht bessere Resultate liefern. Das mag sein, schlecht ist die Selfie-Knipse jedenfalls nicht.
Gute Ausdauer, unveränderter Preis
Der Akku hat wie gehabt eine Kapazität von 5000 Milliamperestunden. Während die Laufzeit beim Vorgänger damit nur befriedigend war, scheint der neue Prozessor mit den Ressourcen deutlich effizienter umzugehen, auch das Display könnte weniger Strom verbrauchen.
D as A56 hält gewöhnlich problemlos einen Tag durch. Selbst wenn es intensiv genutzt wird, muss es selten einen Boxenstopp an der Steckdose einlegen. Falls doch, kann man es mit einem entsprechend leistungsfähigen Netzteil mit bis zu 45 Watt auftanken.
Die Preise sind unverändert geblieben. Bis zum 22. April erhält man für knapp 480 Euro sogar ein Gerät mit 256 statt 128 GB Flash-Speicher, also mehr fürs Geld. Als kleiner Wermutstropfen hat das Galaxy A56 jedoch keinen Einschub mehr für microSD-Karten.
Neu ist, dass Samsung jetzt bis zu sechs Jahre Android- und Sicherheitsupdates gewährt, beim A55 sind es nur vier Jahre. Das ist in der Mittelklasse bisher alles andere als die Regel. Allerdings gilt ab dem 20. Juni eine neue EU-Ökodesign-Verordnung, wonach Smartphones mindestens fünf Jahre Softwareupdates erhalten müssen.
Fazit
Mit kleinen, aber feinen Verbesserungen ist das Samsung Galaxy A56 wieder ein Mittelklasse-Gerät mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis, das erneut ein Verkaufsschlager werden könnte. Es hat allerdings starke Konkurrenz, unter anderem von den noch günstigeren Nothing Phones (3a) und (3a) Pro. Außerdem kommt in Kürze das Google Pixel 9a auf den Markt, das zwar teurer, aber auch besser ausgestattet ist.
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