US-Präsident Trump setzt auf drastische Zölle für 185 Handelspartner weltweit. Für einige Länder gelten nun besonders hohe Einfuhrgebühren. Der Zollsatz ergibt sich aus einer verblüffend simplen Berechnung.

Einige Länder trifft das XXL-Zollpaket des US-Präsidenten besonders hart. Doch wie berechnet sich der Satz der einzelnen Länder? Die Administration von Donald Trump hat ihre neuen Zölle in erster Linie auf der Grundlage bestehender Handelsbilanzen ermittelt. Der Zollsatz für die Länder ergibt sich laut des Handelsbeauftragten der Vereinigten Staaten wie folgt: Der Handelsüberschuss eines Landes gegenüber den USA wird durch seine Gesamtexporte geteilt. Diese Zahl wird anschließend halbiert. Das Ergebnis ist die endgültige Höhe der Zölle.

Das Finanzportal "Bloomberg" veranschaulicht diese Formel am Beispiel China: Die Volksrepublik hatte im vergangenen Jahr einen Handelsüberschuss von 295 Milliarden Dollar. Die Gesamtexporte betrugen 438 Milliarden Dollar - ein Verhältnis von 68 Prozent. Durch zwei geteilt ergibt das den Zollsatz von 34 Prozent. Die gleichen Berechnungen wurden etwa für Japan, Südkorea oder die Europäische Union angestellt.

Länder, in denen die USA einen Handelsüberschuss erzielen, bleiben allerdings von den Zöllen nicht verschont. Sie müssen genauso wie Länder, in denen der Handel in etwa ausgeglichen ist, einen pauschalen Satz von zehn Prozent zahlen.

Finanzjournalist und Buchautor James Surowiecki wies in einem Post auf X erstmals auf diesen Zusammenhang hin. Sein Kommentar löste einige Spekulationen aus. Er schreibt: "Selbst wenn man bedenkt, dass es Trump ist, kann ich nicht glauben, dass sie gesagt haben: 'Wir teilen einfach das Handelsdefizit durch die Importe und sagen den Leuten, das ist der Zollsatz.' Und dann haben sie beschlossen, unsere Tarife so festzulegen, dass sie den komplett erfundenen Tarif einfach halbierten! Das ist so dumm und irreführend."

Die Methode zur Berechnung der Zölle war im Vorfeld weitgehend unbekannt. Trump hatte zuvor gesagt, dass der Zollsatz jedes Landes "der kombinierte Satz all ihrer Zölle, nicht-monetären Barrieren und anderen Formen des Betrugs" sein würde. Zu diesen nicht-monetären Hemmnissen gehören eine Reihe von schwer zu quantifizierenden Gesetzen und anderen Maßnahmen, die Trump als Hauptgrund für die Handelsungleichgewichte in den USA ansieht.

"Es ist von Natur aus ein sehr schwieriges Unterfangen, einen genauen gegenseitigen Zollsatz festzulegen", zitiert die "New York Times" Emily Kilcrease, Direktorin des Programms für Energie, Wirtschaft und Sicherheit am Center for a New American Security und ehemalige stellvertretende US-Handelsbeauftragte. "In Anbetracht der Tatsache, dass sie anscheinend schnell etwas herausbringen wollen, scheint es, dass sie eine Lösung gefunden haben, die mit ihren politischen Zielen vereinbar ist."

Stephen Dover, Chief Market Strategist beim Franklin Templeton Institute, weist darauf hin, dass Trump eine sehr breite Definition von Handelsbeschränkungen anwendet. "Trumps Definition von wechselseitigen Zöllen umfasst Zölle, Mehrwertsteuern, nicht marktorientierte Maßnahmen, Zertifizierungsanforderungen, Vorschriften, Währungsmanipulation und alles, was das Konsumniveau senkt", erklärt Dover in einem Kommentar. "Dies ist eine viel umfassendere Definition von Handelsbeschränkungen, als die meisten Ökonomen anwenden. Dies erschwert es anderen Ländern erheblich, ihre neu festgelegten Zollsätze politisch zu senken."

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